Diese Seite habe ich ergänzt, weil ich oft nach dem Gutshaus gefragt werde. Das Gutshaus wurde kurz nach der Wende abgerissen. Geblieben sind allein die Wirtschaftsgebäude. Andernorts blieben zumeist die Gutshäuser, während die Wirtschaftsgebäude aufgegeben wurden. Eine Umnutzung dieser noch verbliebenen, die Kulturlandschaft prägenden Gebäude des früheren domanialen Pachthofes Häven ist zwar baurechtlich zulässig, aber wirtschaftlich mehr als schwierig. Wirtschaftsgebäude sind Stiefkinder des Denkmalsschutzes.
Gut Häven ist für das Jahr 1397 als Wedelscher Hof bezeugt, doch wohl schon älter. Nach 1550 wurde Gut Häven ein herzoglicher Hof. Mit dem Offenstall wird die Haltung von Pferden fortgeführt, die Herzog Johann Albrecht begann. Anfang des Jahres 1565 schickte der Herzog einen Diener nach Friesland, um dort friesische Pferde zu erwerben. Heute stehen wieder Friesen auf der Weide.
Ab 1788 gehörte der Hof zum Herzogtum Schwerin, also nicht mehr zum persönlichen Eigentum des Herzogs, sondern zum unmittelbaren Staats- oder Dominial-Eigentum des Herzogtums Schwerin. Der Hof wurde jeweils zu Johannis (dem 24. Juni) für 12 Jahre verpachtet.
Die Unterlagen des Dominialamtes befinden sich heute im Landeshauptarchiv Mecklenburg-Pommern. Leider brannte am 1. Dezember 1865 das Schweriner Kollegiengebäude nieder, in dem sich damals das Hauptarchiv befand. Die Unterlagen der herzoglichen Kammer gingen in den Flammen verloren und erst die späteren Unterlagen sind vorhanden.
Fitz Bastian war Pächter von 1872 bis 1895; siehe: Landeshauptarchiv Schwerin (1). In dieser Zeit erhält der Hof etliche neue Gebäude. Die Art und Gestaltung der Anlage wurde vom Dominialamt vorgegeben, siehe: Landeshauptarchiv Schwerin (2). In dieser Zeit entstand 1887/88 das Schweinehaus.
Der Pächter von 1908 bis zum Ende 1945, Carl Jürgens, liess 1918 die Weiden drainieren, siehe: Landeshauptarchiv Schwerin (3). Im Jahr 1923 wird eine elektrische Licht- und Kraftanlage gebaut, dessen Trafohäuschen heute noch steht.1931 wird der Vieh- und Pferdestall nach einem Brand neu erbaut.
Die Bodenreform der Jahre 1945/46 nahm dem Hof das Land. Im Jahr 1948 wurden Stallgebäude durch Neubauern, die auch Acker- und Grünland erhalten hatten, zu Wohngebäuden umgebaut.
Quellenhinweise:
(1) Landeshauptarchiv Schwerin, Verpachtung des Hofes Häven von Johannis 1872/1893, Signatur (5.12-4/2) 18697, Laufzeit: 1912 - 1929 und Verpachtung des Hofes Häven von Johannis 1893/1914 Signatur (5.12-4/2) 18698, Laufzeit 1912 - 1929
(2) Landeshauptarchiv Schwerin, Bauten auf dem Hofe Häven, Signatur (5.12-4/2) 18702, Laufzeit: 1867 - 1893.
(3) Landeshauptarchiv Schwerin, Verpachtung des Hofes Häven von Johannis 1914/1932, Signatur (5.12-4/2) 18699, Laufzeit: 1933 - 1946, Verpachtung des Hofes Häven von Johannis 1932/1950, Signatur (5.12-4/2) 18700, Laufzeit: 1932 - 1946, Kulturtechnische Anlagen auf dem Pachthofe Häven, Signatur (5.12-4/2) 18701, Laufzeit: 1913 - 1919