Reiten in Balance mit dem Pferd

Versammlung von berittenen Kürfürsten


Weltgeschichte ist ohne Pferde undenkbar. Frühere Kriege sind ohne Pferde undenkbar. Das deutsche Militär hat im 19. und 20. Jahrhundert den Einsatz von Pferden perfektioniert. Nach der Reitvorschrift wurden jeder Reiter und jedes Pferd gleich ausgebildet. Ähnliches galt für das Fahren von Kutschen. Damit war jeder Reiter und Fahrer und jedes Pferd austauschbar.

Die heutigen Regeln im Pferdesport sind von den militärischen Vorschriften abgeleitet. Teils wird das strenge Gleichmaß kritisiert und ein individueller Umgang mit Pferden gefordert. Doch auch bei berechtigter Kritik setzt der sichere Umgang mit Pferden eine zumeist durch Ausbildung gewonnene Erfahrung voraus.

Im Pferdesport gibt es unterschiedliche Reitweisen. Allen ist gemeinsam, dass der Reiter resp. die Reiterin nicht nur im Sattel bleibt, sondern die Bewegung des Pferdes nicht stört. Physikalisch betrachtet, liegt der Schwerpunkt des Pferdes nicht in der Mitte zwischen den vorderen und den hinteren Beinen, sondern weiter vorne, näher zur Vorhand. Sitzt ein Reiter auf dem Pferd, so trägt das Pferd auf seiner Vorhand noch mehr.

Um das Reitergewicht auf Dauer tragen zu können, muss das Pferd ausgebildet werden. Ziel ist es, die Muskulatur des Pferdes zu stärken und das Pferd zu lehren, die Hinterhand zu beugen und weiter unter dem Körper aufzufußen.

Der Reiter sollte sich bewusst sein, dass das Gleichgewicht des Pferdes durch den Reiter gestört werden kann. Der ausbalancierte Sitz des Reiters ist eine unersetzliche Voraussetzung, um auf das Pferd zielgerecht einwirken zu können. Reiten lernen heißt nicht nur selbst gut zu sitzen, sondern mit dem Pferd eine gemeinsame Balance zu finden.

Ziel der klassichen Ausbildung ist ein gesundes und gehorsames Pferd, welches sich losgelassen und in Harmonie zu seinem Reiter bewegt. Im Vordergrund steht ein harmonisches Miteinander. Eine solide Grundlagenarbeit, nämlich Gehorsam an der Hand und unter dem Sattel, Reiten nach Vorwärts-Abwärts, Losgelassenheit, Takt und Tempo, ist das Fundament für alles Weitere wie Seitengänge, Schulterherein und Kruppeherein, Piaffe, Zirkuslektionen.

Balance von Pferd und Reiter
Birthe Helbing und der Friesenhengst Sjimmie in einer Levade


Die Hohe Schule geht über die Grundlagen hinaus. Die Levade ist die Weiterentwicklung der Piaffe. Das Gesamtgewicht von Pferd und Reiter wird auf die gebeugte Hinterhand verlagert, der Rumpf bildet einen Winkel von weniger als 45 Grad zum Boden und die Vorderbeine werden an den Leib gezogen. Die Levade bildet den Übergang zu den Schulen über der Erde.

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